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Kurt-von-Marval-Schule

Schuljahr 2012/13

Schüler der Berliner Gemeinschaftsschule zu Gast an der Kurt-von-Marval-Schule

Schuljahr 2012/13 | 15.10.2012

Interessant und spannend gestaltete sich die Woche für alle Beteiligten: Vom 24. bis 28. September besuchten vier Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Schule Berlin Zentrum als Schulbotschafter die Kurt-von-Marval-Schule. In Workshops für die Nordheimer Schüler und Lehrer ebenso wie im Rahmen eines Elternabends berichteten Lara, Sarah, Anatol und Anselm anschaulich und beeindruckend über den Schulalltag an ihrer Gemeinschaftsschule. Abgerundet wurde der Besuch der zwölf- bis vierzehnjährigen Gäste mit der Teilnahme am Unterricht in der Kurt-von-Marval-Schule, zudem halfen die Großstadtkinder einen Tag lang bei der Weinlese. Zustande gekommen war der Kontakt durch einen Besuch der Nordheimer Schulleitung in Berlin: Vor Ort hatte man sich mit Blick auf die Zukunft der Kurt-von-Marval-Schule bei der Schulleiterin, Pädagogin und Autorin Margret Rasfeld über das funktionierende Modell Gemeinschaftsschule informiert.

Gemeinschaftsschule, ESBZ

Im Rahmen eines Workshops zeigten die vier Berliner Schüler (vorne rechts und hinten links), wie der Unterricht in einer Gemeinschaftsschule funktioniert.

Herausforderungen Ob Wandern auf Korsika mit einem rund 15 Kilogramm schweren Rucksack, ein Segeltörn auf der Ostsee oder der Aufenthalt im Wald mit Verzicht auf den gewohnten Lebensstandard – an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum muss jeder Schüler pro Schuljahr eine dreiwöchige Herausforderung meistern. Die Organisation der Reise, für die insgesamt 150 Euro ausgegeben werden darf, obliegt den Schülern selbst. "Vor und während dieser Zeit übernehmen wir viel Verantwortung und machen wichtige Erfahrungen", erzählen die vier Berliner Schulbotschafter während der Workshops. Verantwortung übernehmen die Schüler der Gemeinschaftsschule auch für ihr eigenes Lernen: Morgens beginnt der Unterricht mit einem eineinhalbstündigen Lernbüro. Hier erarbeiten sich die Schüler den Lernstoff ihrer Hauptfächer selbstständig anhand von Bausteinen und entsprechenden Aufgabenstellungen. Die bearbeiteten Aufgaben werden täglich in ein Lerntagebuch eingetragen und am Ende jeder Woche mit dem Tutor besprochen.

Ist ein Baustein beendet, erfolgt die Kontrolle durch den Lehrer. Verpflichtend müssen die Schüler zur Lern- und Selbstkontrolle auch Tests absolvieren, für die sie Zertifikate mit einer schriftlichen Beurteilung der Lehrer bekommen. Den Zeitpunkt der Durchführung bestimmen die Kinder selbst: Tests machen die Schüler ohne Druck erst dann, wenn sie sich im Stoff fit fühlen. "Das klappt deshalb, weil wir gewohnt sind, verantwortungsvoll und selbstständig zu lernen. Wir lernen so auch, unsere eigene Leistung einzuschätzen", berichten die Schulbotschafter..

Bewertung Nach der Grundschule, die in Berlin bis zur sechsten Klasse besucht wird, findet der Unterricht an der Berliner Gemeinschaftsschule bis zur mittleren Reife jahrgangsübergreifend statt. Deshalb richten die Schüler sich bei Fragen auch nicht zuerst an den Lehrer, sondern an die Mitschüler. So helfe man sich gegenseitig, der Stoff bliebe auch in den oberen Klassen präsent, und das Gemeinschaftsgefühl werde gestärkt. Noten gebe es erst ab der neunten Klasse, erzählten die Gäste. Zuvor bekomme man für jedes Fach eine zwei bis drei Seiten lange schriftliche Bewertung, die Stärken und Defizite aufzeige. Alle Schüler, die nach der neunten Klasse nicht abgehen, machen verpflichtend die mittlere Reife und dann freiwillig das Abitur. Die Nordheimer Schüler waren von den Darlegungen beeindruckt. "Ich könnte mir sehr gut vorstellen, auf eine solche Schule zu gehen", so die einhellige Meinung nach den lebendig gestalteten Workshops.

Text + Bilder: Elke Khattab